
|
tagungen
Nie mehr Kindersoldaten in Rio de Janeiro, Brasilien
Brasilien hat mehr Tote zu beklagen als manch andere Region in der Welt, die von kriegerischen Aktionen heimgesucht wird. 34.800 Menschen starben in Rio de Janeiro im Jahr 2006 bei gewalttätigen Auseinandersetzungen. Das sind zirka 100 Tote pro Tag.
KINDERARBEIT IN DER WELT Kindersoldaten kennt man üblicherweise aus Kriegsgebieten. Die Kindersoldaten in Rio de Janeiro sind es bis an ihr Lebensende. Etwa 9000 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren sind dort bewaffnet, mehr als 5000 unbewaffnet für verschiedene Drogenkartelle in den Slums tätig, etwa 16 Prozent davon Mädchen. Nur 21 Prozent davon erreichen das 21. Lebensjahr. Kindersoldat in Brasilien zu sein wird vor der Welt-Arbeitsorganisation WLO mittlerweile als „hochriskante Ausbeutung von Arbeitskraft“ eingestuft. Ein Kindersoldat hat entweder die Funktion eines Spähers – das sind die Jüngsten, 8 bis 15 Jahre alte Kinder. Diese Gruppe warnt vor herannahenden Polizisten oder vor Mitgliedern verfeindeter Gangs. Des Weiteren gibt es Soldados, die in erster Linie versuchen, die Polizei oder andere Gangs abzuwehren. Sie besitzen Waffen oder auch Handgranaten und feuern nicht gezielt auf Leute, sondern versuchen, sie abzuschrecken. Die Scharfschützen schießen gezielt, wenn unerwünschte Personen in das jeweilige Gebiet eindringen. Schließlich gibt es noch die Leibwächter der großen Drogen- und Bandenbosse. Der Hauptgrund für die hohe Todesrate ist der Verlust in den Kämpfen gegen die Polizei und gegen andere Banden. Einige Kindersoldaten sterben auch, weil sie als Verräter und Überläufer gebrandmarkt und ermordet oder weil sie als Feiglinge bezeichnet und zur Abschreckung von den Drogenbossen und ihren Stellvertretern hingerichtet werden. Das Projekt „Nie mehr Kindersoldaten“ des Ourchild-Projektpartners IBISS (Instituto Brasileiro de Inovações em Saúde Social) ermöglicht Kindern und Jugendlichen Arbeit und Bildung, ohne dass sie aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden. Unter den 374 Personen, die seit mehr als neun Monaten das Projekt verließen, herrscht bisher eine Rückfallquote von nur 3,8 %. IBISS betreut die einzelnen Soldatos insgesamt fünf Jahre lang und beschäftigt 12 Kontaktpersonen sowie fünf weitere Mitarbeiter, die mit speziellen Therapien die in der Regel hoch traumatisierten jungen Menschen unterstützen. Derzeit sind 94 Ex-Soldados im Projekt und es wurden 468 Soldados zu Ende betreut. Zwei Anwälte begleiten die Arbeit juristisch, da die Kinder und Jugendlichen in der Regel mehrfache Mörder sind.
Die Umschulung der Betroffenen dauert drei Jahre. In dieser Zeit
benötigen sie finanzielle Zuwendung von außen, um die Schule oder Lehre
sowie Therapie ohne Unterbrechung vollenden zu können. Finanzielle
Patenschaften, die Ourchild vermittelt, sind deshalb notwendig für den
Erfolg dieses Projekts. Eine Patenschaft von 50 Euro pro Monat über drei
Jahre hinweg ermöglicht eine abgeschlossene Resozialisierung.
Eine Serie von Veranstaltungen zum Thema Kindersoldaten in Rio de
Janeiro, Brasilien ist in Dresden, Berlin, Bad Salzschlirf/Hessen, Bad
Sulza und Essen für Oktober 2008 geplant. Bitte melden Sie sich bei uns,
sofern Sie hier mitwirken möchten bzw. können.
Organisation:
Die Referenten
Spenden Sie, damit immer
wieder neue Kindersoldaten ihrem schwierigen Schicksal entkommen können!
Sie erhalten dann direkt von uns mindestens ein Mal pro Jahr einen
Bericht über die Projektentwicklung und eines der betroffenen
Kinder/Jugendlichen.
|